18. So. nach Trinitatis – Konfirmaion

Gottesdienst mit Konfirmation – Spitalhof Diedelsheim 11.10.2020
Den Gottesdienst hält Pfarrerin Elisabeth Gürler.
Weil Konfirmation ist finden Sie hier den Ablauf des gesamten Gottesdienst.

Konfirmiert werden Luisa B., Eliz B., Eleni D., Henrik E., Tim E., Veit F., Tobias G., Timon H., Philipp K.t, Laurenz N. und Luis Sch.

Einzug der Konfirmanden mit Musik des Posaunenchores
Pfarrerin:
„Dies ist der Tag, den der Herr macht, lasset uns freuen und fröhlich darin sein.“
Vieles ist anders in diesem Jahr – auch Eure Konfirmation. Im Mai wäre es wärmer gewesen, in der Kirche vielleicht feierlicher, zum einen oder anderen Fest wären vielleicht mehr Gäste gekommen – nun ist es Oktober, ziemlich frisch – und wir sind hier nicht in der vertrauten Diedelsheimer Kirche, sondern an einem ganz anderen Ort – wir sind mitten im Leben – und das ist gut – denn Glaube hat ja nicht nur in der der Kirche seinen Platz, der Glaube und damit auch Eure Konfirmation gehört mitten ins Leben – dahin wo es die alltäglichen Freuden gibt – und den alltäglichen Frust – dahin, wo wir jeden Tag aufs Neue herausgefordert werden.
Es ist schön, dass Ihr –alle 11 Konfirmanden – hier miteinander Konfirmation feiern könnt. Denn Kirche, das ist nicht nur ein vertrautes Gebäude, Kirche ist Gemeinschaft, weltweite Gemeinschaft und gelebte Solidarität.
Und so feiern wir hier als unter Corona-Bedingungen große Gemeinde an diesem wunderschönen Ort miteinander Gottesdienst.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Ich möchte Sie und Euch Konfirmandinnen und Konfirmanden einladen, mit mir zusammen den 23. Psalm zu beten:
Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Der Posaunenchor antwortet auf diesen Psalm mit dem Liedvers
„Nun lasst uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben.“

Bibellesung Exodus 3 (Tilmann Herbolsheimer):
1 Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb.
2 Dort erschien ihm der Engel des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Er schaute hin: Der Dornbusch brannte im Feuer, aber der Dornbusch wurde nicht verzehrt.
3 Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?
4 Als der HERR sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. 5 Er sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.
6 Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
7 Der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne sein Leid.
8 Ich bin herabgestiegen, um es der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
10 Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus!
11 Mose antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen kann?
13 Ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen sagen?
14 Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin, der ich bin. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der Ich-bin-Da hat mich zu euch gesandt.
15Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht.

Ansprache:
Liebe Gemeinde, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
als ich Euch alle vor etwas mehr als 3 Wochen kennengelernt habe, da war es eine meiner Aufgaben, Euch abzuhören. Ich hatte versprochen, allen, die im Rückstand waren mit ihrem Lern- oder Aufsagepensum, auf den Zahn zu fühlen und zu schauen, ob es läuft: Psalm 23, Taufbefehl, Zehn Gebote, Einsetzungsworte, Glaubensbekenntnis und das Lied „Komm, Herr, segne uns“ – Ihr hattet ein ganz ordentliches Pensum auswendig zu lernen.
Jetzt ist das mit dem Auswendiglernen ja so eine Sache, denn auswendig ist ja noch lange nicht inwendig gelernt oder eben wie die Engländer so unvergleichlich schön sagen“ by heart“, also mit dem Herzen, gelernt. Und deshalb schauten wir uns Psalm 23 genauer an – wir unterhielten uns über die Metaphern und Bilder des Psalms. Was ist eine Aue? Er erquicket meine Seele? Wie können wir das mit eigenen Worten sagen? Und dann waren wir ganz schnell bei: Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Um seines Namens willen? Ich bin sicher, wenn ich jetzt einzelne Gottesdienstbesucher fragen würde, was das bedeutet, dann wären die Gesichter so ratlos wie Eure bei unsrem Treffen im Gemeindehaus. Um seines Namens willen? Hat Gott einen Namen? Braucht er überhaupt einen Namen? Ist sein Name nicht einfach GOTT?

Wer aufgepasst hat bei der Bibellesung, der hat jetzt vielleicht so eine Ahnung. Dieser Mose, der sich am liebsten drücken möchte vor dem Auftrag, beim Pharao die Freiheit für das unterdrückte und versklavte Volk zu fordern, hat im Gespräch mit Gott diverse Ausreden parat. Und er gleicht in seinem Erfindungsreichtum wahrscheinlich einigen der anwesenden Personen. Eine seiner Ideen ist die: Gott, die Israeliten wollen sicher genau wissen, wer mich schickt. Hast Du überhaupt einen Namen? Und kannst Du mir diesen Namen sagen?

Mose erhält von diesem rätselhaften Gott, der sich im Dornbusch zeigt und doch nicht zu greifen ist, auf seine Frage eine Antwort: Gott stellt sich vor.
„Ich bin, der ich bin. So sollst Du sagen: Der „Ich bin da“ hat mich zu Euch gesandt.“ Im hebräischen steht an dieser Stelle „Jahwe“, der biblische Eigenname Gottes. Ich könnte jetzt lange dozieren, warum dieser Name Gottes in der Bibel heute mit Herr wiedergegeben wird. Aber das ist hier nicht wichtig. Wichtig ist es zu lernen, dass Gott einen Namen hat. Wichtig ist, dass dieser Name ein Versprechen ist: Ich bin da – Ich werde da sein für Euch! Das verspricht Gott – Das gilt es zu lernen – und zwar nicht auswendig, sondern inwendig – by heart.

Der ganze Psalm 23 ist nichts anderes als eine poetische Entfaltung dieses Gottesnamens. Der Herr, Jahwe, ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
„So sollst Du sagen: Der „Ich bin da“ hat mich zu euch gesandt“.
Der Psalmbeter hat den Namen, das Versprechen Gottes nicht nur gelernt, er hat es verinnerlicht: Deshalb kann er fortfahren: Und wenn ich schon wanderte im finstern Tal fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.

Er vertraut dem lebendigen Gott, der da ist und der da sein wird, der für Euch da ist und für Euch da sein wird.
Kann man solches Vertrauen lernen? Und wenn ja, wie ? Ich weiß es nicht.
Konfirmation heißt Bestärkung, Bekräftigung. Ich wünsche Euch, dass die heutige Konfirmation Euer Vertrauen stärkt und bekräftigt, Euer Vertrauen, dass der lebendige Gott da ist, dass er für Euch da ist, dass er auf eurer Seite steht. Amen

Der Posaunenchor : Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden.

Einleitung zum Glaubensbekenntnis:
Wenn wir im Glaubensbekenntnis sagen: Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, dann ist das keine Analyse der Welt und wir meinen damit nicht Biologie oder Physik. Wenn wir sagen: Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, dann sprechen wir davon, worauf wir vertrauen, dann sprechen wir von unserer Liebe zur Welt und zum Leben, zur Sonne und zum Wind, von unserer Liebe zur Mutter Erde, die uns trägt und erhält.
Wenn wir sagen: Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, dann reden wir davon, dass der Gott des Lebens Menschen in Jesus Christus ganz nahe gekommen ist. Dass er sie berührt und umarmt hat, dass er sie aufgerichtet und zum aufrechten Gang ermutigt hat.
Wir reden dann davon, dass der „ich bin für Euch da Gott“ auch für uns, für Euch, da ist, mit Euch geht, euch Wege zeigt, jenseits von richtig oder falsch, Wege in die Zukunft, zur Hoffnung, zum Miteinander – wenn es sein muss mit Abstand – , zum Leben.
Wenn wir sagen: Ich glaube an den Heiligen Geist, dann sprechen wir von der Ruach (hebräisch) Gottes, seiner Lebensenergie, seiner Kraft – Gott ist da für uns, wird für uns da sein – im Leben und im Tod. Er begegnet uns an überraschenden Orten, im Dornbusch und der Blüte, im Getreidekorn und in anderen Menschen.
Wir bekennen miteinander und füreinander unseren Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Liebe Konfirmanden, liebe Konfirmandinnen, in der Taufe wurdet ihr dem dreieinigen Gott anvertraut. Konfirmation, das ist Bekräftigung der Taufe, nun, da ihr keine Kinder mehr seid, soll Euch noch einmal – jedem ganz persönlich – der Segen Gottes zugesprochen werden, dass ihr leben könnt im Vertrauen auf ihn, voll Hoffnung und Liebe, als Gesegnete, die Segen sein können für diese Welt und für andere Menschen.
Posaunenchor: „Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, lass Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen“
Einsegnung der Konfirmanden
Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, gebe Euch seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem Bösen, Kraft und Hilfe zu allem Guten um unseres Erlösers Jesu Christi willen. Amen
Der lebendige und barmherzige Gott sei mit Euch. Er stärke Euch im Glauben, beflügle Eure Hoffnung und bewahre Euch in der Liebe.

Posaunenchor: „Sprich Ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende. Ach, Herr, zum Besten wende.“

Wort des Ältestenkreises – Frau Ramöller

Fürbittgebet mit den Konfirmierten
Pfarrerin: Gott, Quelle des Lebens, wir bitten Dich für unsere Konfirmierten, behüte sie unter dem Schatten Deiner Flügel, halte deine schützende Hand über sie, über ihre Familien und ihre Freunde.
Frau Ramöller: Schenke ihnen einen weiten Raum zur Entfaltung, dass sich ihre Herzen freuen können.
Tobi: Gott, Quelle des Lebens, es gibt so viele Menschen, deren Leben schwer und mühsam ist, für sie beten wir.
Timon: Wir beten für alle, die unter Corona leiden, für die Kranken, für die, die um ihre Zukunft fürchten und für die, die das Vertrauen ins Leben verloren haben.
Henrik: Lass sie erfahren, dass Du da bist.
Laurenz: Wir beten für die, die ausgegrenzt werden, weil sie anders sind und nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen,
Eleni: Öffne uns die Augen, dass wir sie in Deinem Licht sehen, dass wir erkennen, dass vor Dir alle Menschen gleich sind.
Eliz: Zeige uns, wie wir für sie da sein können.
Philipp: Gott, Du stellst Dich an die Seite der Unterdrückten und schenkst Freiheit,
Luisa: Wir danken dir, dass wir in Freiheit leben können.
Veit: Schärfe unsere Gewissen, dass wir unsere Freiheit verantwortlich gebrauchen und nicht auf Kosten anderer Menschen und anderer Länder leben.
Luis: Gott, deine Güte reicht so weit der Himmel ist, und Deine Wahrheit so weit die Wolken gehen.
Tim: Lass uns Wege zum Leben finden im Vertrauen auf deine Güte – unter Deinem weiten Himmel. Amen

In der Taufe hast Du uns zu Deinen Kindern angenommen, deshalb beten wir miteinander:
Vater Unser …

Liebe Gemeinde, wir setzen unseren Gottesdienst jetzt draußen fort.
Weil das Singen in der Halle zu riskant scheint, werden draußen vor dem Spitalhof die Lieder: „Komm, Herr, segne uns“ und „Vertraut den neuen Wegen“ gesungen.

Segen.